Zahnfleischerkrankungen / Parodontitis
Die Parodontitis ist eine Erkrankung des Zahnhalteapparates. Dabei ist das umliegende Gewebe des Zahnes, das Zahnfleisch sowie der Knochen durch eine schmerzliche Entzündung betroffen. Im schlimmsten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust aller Zähne kommen. Je nach Schweregrad und der Lokalisation der Paradontitis wird die Krankheit unterschiedlich eingestuft. Die mildeste Ausprägung, bei der lediglich das Zahnfleisch betroffen ist, nennt sich Gingivitis. Bei der marginalen Parodontitis ist zusätzlich noch der Knochen entzündet.
Der Knochenabbau ist bei den meisten Patienten erblich bedingt.
Die Ursachen für diese Erkrankung können sehr vielfältig sein. Als Gründe zu nennen wären beispielsweise mangelhafte Mundhygiene, Zahnstein, ungesunde Ernährung oder Lebensweise sowie Parafunktionen wie Knirschen oder fehlerhafter Zahnersatz. Auch Allgemeinerkrankungen wie Diabetes, Osteoporose, Erkrankungen des Verdauungssystems oder des Abwehrsystems und Stoffwechselstörungen können eine Behandlung notwendig machen. Da der Mund die Eingangspforte zu unserem Körper ist, erkennen erfahrene Ärzte bereits im Mundraum die Erkrankungen. Bei ausgeprägten Parodontosen sollte deshalb zusätzlich eine allgemeinmedizinische Untersuchung stattfinden.
Auch in der Schwangerschaft kann es zu einer Paradontitis kommen. Da die Umstellung des Hormonspiegels auch eine Veränderung der Bakterienzusammensetzung in der Mundhöhle hervorruft, sind werdende Mütter einem höheren Risiko ausgesetzt. Ähnliches gilt bei Schnarchern und Mundatmern. Hier entzündet sich das Zahnfleisch durch die mangelnde Befeuchtung.
Leidet man unter Zahnlockerungen oder Zahnverlust, ohne dass das Zahnfleisch dabei die typischen Entzündungszeichen zeigt, ist als möglicher Grund auch die Genetik in Betracht zu ziehen. Das Problem wäre dann also erblich bedingt.
Co-Faktoren für Zahnfleischerkrankungen sind Überbelastung durch Bruxismus/Zahnpressen oder in neuerer Zeit durch ungünstig lokalisierte Piercings. Eine erfolgreiche Therapie setzt immer daran an, die Ursachen für die Parodontitis zu beseitigen. Ist dies geschehen, sollte eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung (drei- bis viermal im Jahr) eine gute Grundlage für eine Gesundung darstellen.











